Geschichte

Die Evangelisch - Lutherische Zionsgemeinde in Steinbach - Hallenberg
entstand vor 140 Jahren.

Mit Hilfe einer Kabinettsorder vereinigte der preußische König Friedrich-Wilhelm III.
in Preußen die Lutherische und Reformierte Kirche, ohne Rücksicht auf die verschiedenen Bekenntnisse, im Jahr 1830 zur Kirche der Union.
In den Jahren danach baute Preußen seine Vormacht politisch und in der Verwaltung im Deutschen Reich weiter aus. In diesem Zusammenhang wurde die Kirche der Union selbst in konfessionell lutherischen Gebieten eingeführt, oft gegen den Willen der Bevölkerung und mit Hilfe drakonischer Maßnahmen.

Lutherische Christen, die aus Gehorsam gegenüber den biblischen Aussagen diese Union ablehnten und eine klare christlich-biblische Verkündigung suchten, traten in Steinbach-Hallenberg am 28. Februar 1874 aus der hessischen Kirche aus und schlossen sich unter Pastor Rohnert am gleichen Tag, zu einer neuen Gemeinde zusammen. Sie wollten im Grunde nur bleiben was ihre Eltern und Großeltern waren – Lutheraner. Für sich selbst und in geistlicher Verantwortung für ihre Kinder und Nachkommen hielten sie am lutherischen Bekenntnis (Augsburger Bekenntnis, Kleiner und Großer Katechismus, Konkordienformel, Schmalkaldische Artikel und den altkirchlichen Bekenntnisse) fest.

Mancherorts wurden diese Lutheraner spöttisch "Mucker" genannt, weil sie gegen die staatliche Bevormundung in Glaubensdingen "aufmuckten". In Steinbach bezeichnete man sie als „das klein Häufle“, wegen ihrer zahlenmäßigen Größe. Die Gemeinde schloß sich der Altlutherischen Kirche an, die trotz Verfolgung am lutherischen Bekenntnis fest hielt.

Noch im gleichen Jahr, am 5. Juni 1874 legten die Steinbach-Hallenberger Lutheraner den Grundstein für eine eigene Kirche mit Pfarrhaus. Bereits am 24. Oktober 1874 konnte die Evangelisch-Lutherische Zionskirche in der Rotteroder Straße geweiht werden.

Im Jahr 1991 vollzog die Altlutherische Kirche den Zusammenschluss mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Erst die Überwindung der deutsche Teilung machte diesen Schritt möglich, den die Altlutherische Kirche in Westdeutschland schon in den siebziger Jahren gegangen war.